Durch den Investitionsabzugsbetrag bereits Steuern sparen vor der Investition (Teil 1)

 In Newsblog

Anlässlich des Jahreswechsels hatten wir in den vergangenen Folgen unseres Podcasts Möglichkeiten zu Abschreibungen vorgestellt. Durch vorgezogene Investitionen lässt sich zusätzliches Abschreibungspotential generieren und damit Steuern mindern. Die Vornahme einer Investition setzt natürlich voraus, dass das Geld für die Investition auch zur Verfügung steht. Das Aufbringen der erforderlichen Mittel kann dabei unter Umständen schwierig sein. Heute erläutern wir den Investitionsabzugsbetrag.

Sinn und Zweck des Investitionsabzugsbetrages

Durch die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags ist es für kleinere und mittlere Unternehmen möglich, Steuern zeitlich bereits vor der Investition zu sparen. Schon vor einer geplanten Investition können die dafür voraussichtlich anfallenden Kosten teilweise gewinnmindernd abgesetzt werden. Dadurch reduziert sich die Steuerbelastung. Es verbleibt nach Steuern mehr Geld für die tatsächliche Durchführung der Investition.

In dieser Folge erläutere ich Ihnen zunächst die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag, wie sich der Investitionsabzugsbetrag im Wirtschaftsjahr der Inanspruchnahme steuerlich auswirkt und in welcher Höhe ein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden kann.

Wer darf einen Investitionsabzugsbetrag bilden?

Einen Investitionsabzugsbetrag kann in Anspruch nehmen, wer aus einem aktiven Betrieb Einkünfte erzielt. Weiterhin sind die betrieblichen Gewinne entweder durch Einnahmenüberschussrechnung oder durch Bilanz zu ermitteln.

Wenn nur kleine und mittlere Betriebe gefördert werden: Welches sind die Größenmerkmale für den Investitionsabzugsbetrag?

Betrachtet wird dafür entweder das Betriebsvermögen des Unternehmens oder dessen Gewinn am Schluss des Wirtschaftsjahrs, indem der Investitionsabzugsbetrag berücksichtigt werden soll.

Bilanzierung

Bilanzierende Mandanten können einen Investitionsabzugsbetrag bilden, wenn das Betriebsvermögen nicht mehr als 235.000 Euro beträgt.

Einnahmenüberschussrechnung

Bei Einnahmenüberschussrechnern wird auf den steuerpflichtigen Gewinn vor Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrags abgestellt. Dieser darf höchstens 100.000 Euro betragen. Ist er höher, kann kein Investitionsabzug gebildet werden.

Besonderheit Personengesellschaft

Bei Personengesellschaften besteht folgende Besonderheit: Es wird auf die Summe des Betriebsvermögens bzw. des Gewinns der Gesellschaft inklusive des Sonderbetriebsbereiches und der Ergänzungsbilanzen, Ergänzungsrechnungen der Gesellschafter abgestellt.

Zur Verdeutlichung Beispiele für die Größenmerkmale des Investitionsabzugsbetrages

Eine Apothekerin möchte im laufenden Wirtschaftsjahr die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags vornehmen. Das Eigenkapital des Betriebs laut Bilanz beträgt zum Schluss des laufenden Wirtschaftsjahres 110.000 Euro.
Mit 110.000 Euro ist die Grenze von 235.000 Euro Betriebsvermögen unterschritten, sodass der Investitionsabzugsbetrag wunschgemäß gebildet werden kann.
Eine Ärztin mit Einnahmenüberschussrechnung hat einen Gewinn von 130.000 €. Damit ist die Grenze von 100.000 Euro überschritten. Die Ärztin kann keinen Investitionsabzugsbetrag bilden.

Für welche Investitionen kann ein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden?

Gefördert wird die beabsichtigte Anschaffung oder Herstellung von beweglichen abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Begünstigt ist auch die Anschaffung gebrauchter Wirtschaftsgüter. Für Grundstücke, Gebäude, Umlaufvermögen und Rechte kann kein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden.
Ein Investitionsabzugsbetrag kann nur gebildet werden für Anschaffungen, die nach dem Abschlussstichtag erfolgen. Für Investitionen im laufenden Wirtschaftsjahr kann ein Abzugsbetrag generell nicht beansprucht werden.

Muss die Absicht der Anschaffung für den Investitionsabzugsbetrag nachgewiesen werden?

Nein. Es ist nicht erforderlich, einen konkreten Investitions- oder Finanzierungsplan vorzulegen. Genau so wenig setzt die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags voraus, dass das Wirtschaftsgut im laufenden Jahr bereits verbindlich bestellt wurde. Ein vorgenommener Investitionsabzug ist nachträglich rückgängig zu machen, wenn die beabsichtigte Anschaffung nach einer festgelegten Zeit tatsächlich nicht erfolgte.

In welcher Höhe kann ein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden?

Grundsätzlich können Investitionsabzugsbeträge bis zur Höhe von 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd in Abzug gebracht werden. Es ist also auch möglich, gar keinen Investitionsabzugsbetrag oder nur einen in Höhe von beispielsweise 32 Prozent zu bilden. Soweit der Steuerpflichtige Vorsteuer ziehen kann, sind die Anschaffungskosten ohne Umsatzsteuer maßgebend.
Ein Investitionsabzugsbetrag kann auch gebildet werden, wenn dadurch ein Verlust entsteht oder sich erhöht.

Gibt es eine Betragsobergrenze beim Investitionsabzugsbetrag?

Eine absolute Betragsobergrenze ist zu beachten. Im laufenden und den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren stehen insgesamt maximal 200.000 Euro für Investitionsabzugsbeträge zur Verfügung. Daraus folgt ein maximal förderfähiges Anschaffungsvolumen von 500.000 Euro in diesem Zeitraum.

steuerliche Vorteil des Investitionsabzugsbetrages

Lieber Zuhörer, durch den Investitionsabzugsbetrag können Steuern zeitlich bereits vor der durchzuführenden Investition gespart werden. Dadurch lässt sich die Steuerlast bereits abgelaufener Wirtschaftsjahre senken.

In der nächsten Folge betrachten wir dann das Wirtschaftsjahr der Investition, beleuchten weitere Besonderheiten und einzuhaltende Fristen für den Investitionsabzugsbetrag.

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Ihre Sabine Banse-Funke
Diplom-Finanzwirtin (FH) Steuerberaterin
Fachberaterin im Gesundheitswesen H:G/metax

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