Inflationsausgleichsprämie: Steuerfrei und sozialversicherungsfrei bis zu 3.000 €

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Der Gesetzgeber hat aufgrund der gestiegenen Inflation im Gesetzgebungsverfahren als Ausgleich der Belastung die Inflationsausgleichsprämie geschaffen.

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Inhalt

Wer ist anspruchsberechtigt für die Inflationsausgleichsprämie?

Anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmer, Aushilfen, Auszubildende, Minijobber, kurzfristig Beschäftigte, Haushaltshilfen mit Haushaltsscheckverfahren, Arbeitnehmer im Ehrenamt und Geschäftsführer. Nicht begünstigt sind Selbstständige, Freiberufler, Land- und Forstwirte oder Gewerbetreibende.

Wie erfolgt die Abwicklung oder Zahlung der Inflationsausgleichsprämie?

Der Arbeitgeber zahlt freiwillig an den Arbeitnehmer. Die Zahlung erfolgt zur Abmilderung der gestiegenen Verbraucherpreise (Inflation). Dafür reicht ein Hinweis bei der Überweisung oder bei der Lohnabrechnung aus.

Der Arbeitgeber sollte bei der Zahlung dokumentieren, das die Zahlung freiwillig erfolgt (Freiwilligkeitsvorbehalt).

Gibt es einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf die Inflationsausgleichsprämie?

In der Regel gibt es keinen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf die Zahlung.

Ein Rechtsanspruch kann sich jedoch aus Tarifverträgen ergeben.

Werden die Kosten dem Arbeitgeber von Dritter Seite ersetzt?

Der Arbeitgeber erhält keine Kostenerstattung von Dritter Seite oder öffentlichen Stellen.

Welchen Vorteil hat die Inflationsausgleichsprämie für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Minijobber?

🔹 Der Freibetrag ist steuerfrei (§ 3 Nr. 11 c EStG) und sozialversicherungsfrei.
🔹 Der Arbeitnehmer erhält den Betrag Brutto wie Netto ohne Abzüge.
🔹 Beim Arbeitgeber entfallen die Arbeitgebernebenkosten. Die Zahlung der Inflationsausgleichsprämie stellen beim Arbeitgeber voll abzugsfähige Betriebsausgaben dar.
🔹 Auch für Aushilfen, Minijobber zahlbar. Die Prämie wird nicht auf den maximal monatlichen Aushilfslohn von 520 € angerechnet und kann zusätzlich zu den 520 € monatlich gezahlt werden.
🔹 Bei Arbeitgeberwechsel mehrfach nutzbar.

In welchem Zeitraum kann die Inflationsausgleichsprämie gezahlt werden?

Im Zeitraum 26.10.2022 bis zum 31.12.2024.

Wie hoch darf die Inflationsausgleichsprämie sein, was ist der Maximalbetrag?

Maximal dürfen pro Arbeitnehmer und pro Arbeitgeber in der Summe für den gesamten Zeitraum 3.000 € gezahlt werden. Die Zahlungen sind als Einmalbetrag, in mehreren Teilbeträgen, als Zuschuss oder als Sachbezug möglich.

Kann die Prämie auch in mehreren Beträgen vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt werden?

Die steuerfreie Prämie kann in Form von Zuschüssen oder Sachbezügen, als Einmalbetrag oder auch in mehreren Beträgen an den Arbeitnehmer gezahlt werden, muss jedoch innerhalb des Zeitraums  26.10.2022-31.12.2024 dem Arbeitnehmer zufließen und darf in der Summe maximal 3.000 € betragen.

Was passiert, wenn der Maximalbeitrag überschritten wird?

Wird in dem begünstigten Zeitraum mehr als 3.000 € in der Summe im selben Arbeitsverhältnis gezahlt, ist der übersteigende Betrag sozialversicherungspflichtig und lohnsteuerpflichtig, 3.000 € bleiben in der Summe steuerfrei und sozialversicherungsfrei.

Welche Voraussetzungen sind noch zu beachten?

Die Inflationsausgleichsprämie ist zusätzlich zum ohnehin geschuldetem Arbeitslohn zu zahlen (keine Lohnumwandlung, kein Lohnverzicht, keine Verrechnung mit normalen Lohn oder Überstunden).

Wird der Bonus mehrfach pro Arbeitsverhältnis gezahlt?

Der Maximalbetrag von 3.000 € wird pro Arbeitsverhältnis gezahlt. Bei mehreren Arbeitsverhältnissen können pro Arbeitsverhältnis maximal 3.000 € gezahlt werden.

Bei der mehrfachen nacheinander folgenden Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber kann die Prämie jedoch für alle Zeiträume der Beschäftigung zusammen nur insgesamt bis zu 3.000 € steuerfrei und sozialversicherungsfrei bezahlt werden.

Gibt es Besonderheiten bei der Zahlung der Prämie an nahe Angehörige?

Bei Arbeitnehmer, die nahe Angehörige sind, sind Zahlungen nur wie unter fremden Dritten der Höhe nach möglich (Beachtung des Fremdvergleichsgrundsatzes).

Kann bei Arbeitgeberwechsel die Prämie erneut steuerfrei und sozialversicherungsfrei gezahlt werden?

Die Inflationsausgleichsprämie ist bei Wechsel des Arbeitsgebers erneut steuerfrei und sozialversicherungsfrei zahlbar.

Ist die Inflationsausgleichsprämie steuerfrei, sozialversicherungsfrei, unterliegt die Prämie dem Progressionsvorbehalt, ist diese in der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen und muss sie in der Einkommensteuererklärung angegeben werden?

Soweit alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Inflationsausgleichsprämie steuerfrei, nicht sozialversicherungspflichtig (sozialversicherungsfrei) und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Der Betrag von 3.000 € ist beitragsfrei in der Sozialversicherung. Das heißt, der Arbeitnehmer erhält die Zahlung/Unterstützung bzw. Prämie Brutto wie Netto ohne Abzüge. Für den Arbeitgeber entfällt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Die Prämie wird nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung wertmäßig aufgeführt, sie wird dort also nicht ausgewiesen. Es erfolgt keine Angabe und keine Berücksichtigung der Inflationsausgleichsprämie in der Einkommensteuererklärung.

Kann die Inflationsausgleichsprämie auch geringfügig Beschäftigten (Mini Jobbern, Aushilfen) vom Arbeitgeber gezahlt werden?

Auch geringfügig Beschäftigten, also Mini-Jobbern bzw. Aushilfen, kann diese Prämie und Unterstützung bis zu einem Betrag von 3.000,00 € gewährt werden. Wenn die restlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Mini-Job aufgrund dieses Zuschusses nicht zu einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis und der Zuschuss bis maximal 3.000 € kann zusätzlich zu den maximal 520 € monatlich gezahlt werden.

Findet bei Minijobbern eine Angemessenheitsprüfung statt und was ist bei Minijobbern, die nahe Angehörige sind?

Bei Minijobbern ist eine Angemessenheitsprüfung nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht vorzunehmen. Bei einem Arbeitsverhältnis mit nahen Angehörigen muss die Zahlung jedoch dem Fremdvergleich standhalten, also die Zahlung muss auch unter Fremden üblich sein (sogenannter Fremdvergleichsgrundsatz).

Natürlich kann auch bei einem Midijob die Inflationsausgleichsprämie gezahlt werden.

Sind zwingend Aufzeichnungen vom Arbeitgeber im Lohnkonto des Arbeitnehmers/Mitarbeiters wegen der Inflationsausgleichsprämie vorzunehmen?

Die steuer- und sozialversicherungsfreien Leistungen der Inflationsausgleichsprämie sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Wird die Lohnabrechnung über den Steuerberater vorgenommen, erfolgt die Aufzeichnung im Lohnkonto in der Regel durch den Steuerberater.

Wie ist das Verhältnis der Inflationsausgleichsprämie zur Corona Prämie und dem Pflegebonus?

Die damalige Corona Prämie (1.500 €) und der Pflegebonus von 4.500 € werden nicht angerechnet. Weitere Informationen zur Corona Prämie und zum Pflegebonus finden Sie in den Blogartikeln zur Corona Prämie und zum Pflegebonus.

Arbeitnehmer können den Arbeitgeber darauf hinweisen, dass es die Möglichkeit der Inflationsausgleichsprämie gibt, damit man Netto mehr erhält vom Brutto (Nettolohnoptimierung). Arbeitgeber können sich durch die Zahlung der Prämie als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.

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Ihre Sabine Banse-Funke
Diplom-Finanzwirtin (FH) Steuerberaterin
Fachberaterin im Gesundheitswesen H:G/metax aus Göttingen

Vesting & Partner – Steuerberater für Ärzte und Apotheker in Göttingen

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