Kann ich als Unternehmer/Freiberufler ein E-Bike oder Fahrrad steuerlich absetzen und Steuern sparen?

 In Newsblog

In den letzten 2 Podcast-Folgen hatten wir uns bereits mit der Überlassung des Fahrrads an den Arbeitnehmer und die Übereignung des Fahrrads an den Arbeitnehmer beschäftigt. Die Links zu den 2 Podcast-Folgen habe ich Ihnen beigefügt. In dieser Folge schauen wir uns an, ob Sie als Unternehmer oder Freiberufler ein E-Bike oder Fahrrad steuerlich absetzen können, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche steuerlichen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Blog 37: Übereignung eines Dienstfahrrads (Fahrrad, E-Bike) an den Arbeitnehmer und als Arbeitgeber Kosten sparen (Nettolohnoptimierung)

Blog 36: Überlassung eines Dienstfahrrades (E-Bike/Fahrrad) an den Arbeitnehmer und als Arbeitgeber Kosten sparen (Nettolohnoptimierung)

Wenn Sie ein Fahrrad steuerlich absetzen möchten, werden alle Fahrräder gleich behandelt oder gibt es Unterschiede in der steuerlichen Behandlung?

Wie bei den Arbeitnehmern wird unterschieden zwischen Fahrrädern, die verkehrsrechtlich eine Zulassung haben und Fahrrädern, die verkehrsrechtlich keine Zulassung haben.

Fahrräder ohne Elektroantrieb, Pedelecs und Elektrofahrräder ohne Kfz-Zulassung werden einkommensteuerlich und verkehrsrechtlich als Fahrrad eingestuft, haben kein Kennzeichen und sind meist nicht versicherungspflichtig. Die meisten Fahrräder fallen daher in diese Gruppe.

Elektrofahrräder und S-Pedelecs mit Zulassung und Kennzeichen werden verkehrsrechtlich und einkommensteuerlich als Kfz eingeordnet.

Zusätzlich gibt es einkommensteuerlich noch eine Sonderregelung für elektrisch betriebene Lastenfahrräder. Wir konzentrieren uns auf die am meisten verwendeten Fahrräder, auf die normalen Fahrräder, Pedelecs und Elektrofahrräder ohne Zulassung, also die Fahrräder die steuerlich als Fahrrad eingestuft werden.

Muss das Fahrrad betrieblich genutzt werden, wenn ich das Fahrrad steuerlich absetzen möchte?

Das Fahrrad muss mindestens zu 10 % betrieblich genutzt werden. Hier liegt ein gravierender Unterschied zu der Überlassung des Fahrrads beim Arbeitnehmer vor. Der Arbeitnehmer kann das Fahrrad komplett privat nutzen, eine betriebliche Nutzung ist bei der Überlassung des Fahrrads vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer nicht erforderlich. Der Unternehmer bzw. Freiberufler dagegen muss das Fahrrad auch mindestens zu 10 % betrieblich nutzen. Liegt die betriebliche Nutzung unter 10 %, wird das Fahrrad dem Privatvermögen zugeordnet. Bei einer betrieblichen Nutzung bis 50 % kann er das Fahrrad dem Betriebsvermögen zuordnen (gewillkürtes Betriebsvermögen), ab einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50 % stellt das Fahrrad sogar verpflichtend Betriebsvermögen dar (notwendiges Betriebsvermögen). Wird das Fahrrad einem Arbeitnehmer überlassen, liegt immer eine 100 %-ige betriebliche Nutzung vor.

Was kann ich für das Fahrrad im Betriebsvermögen steuerlich absetzen?

Sie können die laufenden Kosten, zum Beispiel für Reparaturen, Ersatzeile, Wartung, Versicherung, Leasingraten oder Strom für das Laden des E-Bikes, absetzen. Wird das Fahrrad angeschafft, können Sie zusätzlich die Abschreibung für das Fahrrad geltend machen.

Auf welchen Zeitraum ist das Fahrrad im Betriebsvermögen steuerlich abzuschreiben und welche Abschreibung kann in Anspruch genommen werden?

Nach der Abschreibungstabelle der Finanzverwaltung für allgemein verwendbare Wirtschaftsgüter sind Fahrräder in der Regel über 7 Jahre abzuschreiben. Für E-Bikes gibt es noch keine allgemeine Festlegung seitens der Finanzverwaltung. Da Mofas, Motorräder oder Motorroller über 7 Jahre abgeschrieben werden, kann aber davon ausgegangen werden, dass E-Bikes ebenfalls über 7 Jahre abzuschreiben sind.

Die Abschreibung erfolgt linear, d.h. die Anschaffungskosten sind jährlich gleichmäßig mit 1/7 des Anschaffungsbetrages bei der Einkommensteuer als Abschreibung absetzbar. Wird z.B. ein E-Bike für 3.500 € angeschafft, sind 1/7, also jährlich 500 €, als Abschreibung absetzbar. Für in 2020 und 2021 angeschaffte Fahrräder ist auch die degressive Abschreibung möglich. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann auch die Sonderabschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter in Höhe von 20 % Anspruch genommen werden. Bezüglich der Voraussetzungen der Sonderabschreibung verweise ich auf die Podcast Folge 13 zur Sonderabschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter. Wenn die Anschaffungskosten des Fahrrads 800 € netto nicht übersteigen, kann es als geringwertiges Wirtschaftsgut sofort im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. Was ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist und welche Besonderheiten es dabei gibt, hatte ich bereits in der Folge 12 erläutert. Die Folgen 12 und 13 habe ich verlinkt.

Blog 12: Durch die Anschaffung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWGs) Steuern sofort und einfach sparen

Blog 13: Steuern einfach sparen durch die Sonderabschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter

Wenn Sie die Kosten für das Fahrrad steuerlich absetzen, muss ein privater Nutzungsanteil versteuert werden?

Für überwiegend betrieblich genutzte Fahrräder eines Betriebes (betriebliche Nutzung mehr als 50%, notwendiges Betriebsvermögen) und Fahrräder die gewillkürtes Betriebsvermögen sind mit einer betrieblichen Nutzung von 10-50% , die kein Kfz sind, ist aufgrund einer Gesetzesänderung kein privater Nutzungsanteil für den Unternehmer/Freiberufler für das Fahrrad zu versteuern. Diese Regelung hat der Gesetzgeber eingeführt, um die Elektromobilität zu fördern.

Können für Fahrräder im Privatvermögen für die Fahrten von der Wohnung zur 1. Tätigkeitsstätte Kosten geltend gemacht werden?

Für Fahrten zwischen der Wohnung und der 1. Tätigkeitsstätte können Sie die Entfernungspauschale (sogenannte Pendlerpauschale) geltend machen. Die Entfernungspauschale für 2020 beträgt 0,30 € je Entfernungskilometer. Für 2021 bis 2023 beträgt die Entfernungspauschale für die ersten 20 Entfernungskilometer 0,30 € je Entfernungskilometer und ab dem 21. Entfernungskilometer 0,35 € je Entfernungskilometer. In den Jahren 2024 bis 2026 steigt der Satz auf 0,38 € pro Entfernungskilometer.

Zusammenfassung des Vorteils der steuerlichen Absetzbarkeit eines Fahrrads

Soweit Sie das Fahrrad betrieblich nutzen, dieses im Betriebsvermögen ist, können Sie das Fahrrad im Anlagevermögen abschreiben und zusätzlich die laufenden Betriebskosten steuerlich geltend machen. Der private Nutzungsanteil für Fahrräder im Betriebsvermögen wird nicht versteuert. Soweit sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, können Sie unter Umständen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich die Vorsteuer für das Fahrrad ziehen. Daher ist es attraktiv, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ein Fahrrad oder E-Bike steuerlich im Betriebsvermögen zu führen und die Kosten geltend zu machen, um Steuern zu sparen. Die Pendlerpauschale wird für Fahrräder im Privatvermögen für die Fahrten Wohnung – 1. Tätigkeitsstätte gewährt.

Weitere Hinweis und Links

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Ihre Sabine Banse-Funke
Diplom-Finanzwirtin (FH) Steuerberaterin
Fachberaterin im Gesundheitswesen H:G/metax

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