Kinder: Was kann ich von der Steuer absetzen und was kann der Arbeitgeber erstatten/zahlen?

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Der Gesetzgeber hat viele Möglichkeiten geschaffen, für Kinder oder im Zusammenhang mit Kindern steuerlich Beträge bei der Steuer (Einkommensteuer) in der Steuererklärung (Einkommensteuererklärung, Lohnsteuerermäßigungsantrag) geltend zu machen. Auch der Arbeitgeber kann Beträge für Kinder über den Lohn steuerfrei oder mit Übernahme der Pauschalsteuer dem Arbeitnehmer Brutto wie Netto ohne Abzüge zahlen (Nettolohnoptimierung). Wir stellen hier einige Möglichkeiten davon vor.

Kinderfreibetrag, Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs-, Ausbildungsbedarf (Betreuungsfreibetrag) für die Kinder

Pro Elternteil werden ein Kinderfreibetrag und ein Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs-, Ausbildungsbedarf gewährt. Die Freibeträge werden monatlich gekürzt, soweit die Voraussetzungen nicht vorliegen.

Das Kindergeld wird mit der Steuerersparnis beider Freibeträge verrechnet. Diese 2 Freibeträge wirken sich daher meist nur bei höherem Einkommen steuerlich noch im Rahmen der Steuererklärung aus.

Jahre 2021, 2022 Freibetrag pro Elternteil:

Kinderfreibetrag:

Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf:

Summe beider Freibeträge:

2.730 € (beide Elternteile 5.460 €)

1.464 € (beide Elternteile 2.928 €)

4.194 € (beide Elternteile 8.388 €)

 

 

Für das Jahr 2020:

Kinderfreibetrag:

Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf:

Summe beider Freibeträge:

2.586 € (beide Elternteile 5.172 €)

1.320 € (beide Elternteile 2.640 €)

3.906 € (beide Elternteile 7.812 €)

 

 

Übertragung des Betreuungsfreibetrages

Bei minderjährigen Kindern kann das Elternteil, wo das Kind  ‍gemeldet ist, den Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf Antrag auf sich zu 100 % übertragen lassen, wenn die Elternteile nicht zusammen leben.

Übertragung des Kinderfreibetrages

Auf Antrag kann der volle Kinderfreibetrag auf ein Elternteil bei getrennt lebenden Elternteilen übertragen werden, wenn der andere Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht zu mindestens 75 % nachkommt oder mangels Leistungsfähigkeit nicht nachkommen kann oder verstorben ist. Die Übertragung führt auch zur Übertragung des Betreuungsfreibetrages auf dieses Elternteil.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Der Entlastungsbetrag wird gewährt, wenn mindestens ein steuerlich zu berücksichtigendes Kind zum Haushalt gehört und es in der Wohnung gemeldet ist.

Es darf keine Zusammenveranlagung mit dem Ehegatten stattfinden und im Haushalt darf keine andere volljährige Person gemeldet sein, außer steuerlich zu berücksichtigende Kinder.

Liegen die Voraussetzungen nicht ganzjährig, sondern nur monatsweise vor, wird pro Monat 1/12 des Betrages gewährt.

Der Betrag beträgt für das erste steuerlich zu berücksichtigende Kind beträgt 4.008 €. Für jedes weitere Kind sind zusätzlich 240 € absetzbar, bei 2 Kindern also 4.248 €.

Der Entlastungsbetrag kann bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren beim Lohn berücksichtigt werden, wenn die Steuerklasse 2 vorliegt bzw. beim Finanzamt beantragt wird.

Freibetrag für Berufsausbildung für Kinder

Für ein auswärtig untergebrachtes volljähriges Kind‍, das sich in Berufsausbildung befindet, wird ein Freibetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr gewährt. Jeder Elternteil erhält die Hälfte des Freibetrages. Der Freibetrag des Elternteils ist auf Antrag beider Elternteile auf den anderen Elternteil übertragbar (z.B. bei getrennt lebenden Elternteilen). Der Freibetrag wird monatlich gekürzt, soweit die Voraussetzungen nicht vorliegen. Für Kinder unter 18 Jahre wird der Freibetrag nicht gewährt.

Außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen sind absetzbar (dem Grunde nach). Der Gesetzgeber hat aber vorgesehen, das diese sich steuermindern jedoch erst auswirken (der Höhe nach), soweit diese zusammen mit den anderen absetzbaren Kosten bei den außergewöhnlichen Belastungen die zumutbare Belastung überschreiten.

Je höher das Einkommen ist, um so höher ist der Betrag der zumutbaren Belastung, bis man dahin kommt, das die Beträge sich steuerlich der Höhe nach auswirken. D.h. auch eine Steuerminderung eintritt. Durch die Höhe der zumutbaren Belastung wirken sich manche absetzbaren Krankheitskosten daher steuerlich der Höhe nach nicht aus. Bei höheren Krankheitskosten als die zumutbare Belastung wirken die absetzbaren Kosten Sie sich steuerlich aus und wirken steuermindernd.

Krankheitskosten der Kinder (außergewöhnliche Belastungen)

Krankheitskosten, die medizinisch indiziert, nachgewiesen und selbst bezahlt wurden, sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar für sich selbst, für die Kinder und ggfs. bei Zusammenveranlagung für die Ehefrau/den Ehemann. Das können z.B. Rezeptzuzahlungen, Fahrtkosten, Reisekosten, Kosten für die Brille, Zahnersatz, das Hörgerät, Zuzahlungen beim Krankenhausaufenthalt, Kosten für eine Zahnspange oder für verschriebene Hilfsmittel sein. Fallen solche Kosten für die Kinder an, kann man die in der Steuererklärung ansetzen und absetzen.

Fahrtkosten zu Behandlungen der Kinder und Besuchsfahrten der Eltern (außergewöhnliche Belastung)

Absetzbar sind steuerlich tatsächliche Fahrtkosten zu den Behandlungen oder auch Besuchsfahrten der Eltern zu den Kindern soweit der Arzt ggfs. die Notwendigkeit der Besuchsfahrten bestätigt. Bei hohen Fahrtkosten oder Besuchsfahrten der Eltern muss evtl. der Arzt bescheinigen, dass die Fahrten und die Kosten notwendig waren, was bei Kindern bei größeren Krankheiten meist kein Problem sein dürfte. Bei geringen Fahrtkosten gehen die Kosten in der Steuererklärung meist auch ohne Bescheinigung des Arztes beim Finanzamt durch.

Fahrtkosten für behinderte Kinder (außergewöhnliche Belastung)

Pauschale Fahrtkosten von 3.000 km werden beim GdB (Grad der Behinderung) von mindestens 80 oder einem GdB von 70 mit dem Merkzeichen „G“ (erheblich gehbehindert) anerkannt, die mit 0,30 € absetzbar sind (900 €). Für Privatfahren, Freizeitfahrten und behinderungsbedingte Fahrten werden beim Merkzeichen „aG“, „Bl“, „TBl“ oder „H“ bis zu 15.000 km anerkannt (absetzbar bis zu 4.500 €). Ggfs. müssen die Fahrten bei den 15.000 km nachgewiesen werden oder glaubhaft gemacht werden, z.B. anhand einer Fahrtkostenliste.

Behindertenfreibetrag

Der Behindertenfreibetrag der Kinder  (je nach Grad der Behinderung (GdB)  zwischen 384 € – 7.400 €) kann auf die Eltern übertragen werden und von diesen geltend gemacht werden.

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Ihre Sabine Banse-Funke
Diplom-Finanzwirtin (FH) Steuerberaterin
Fachberaterin im Gesundheitswesen H:G/metax aus Göttingen

Vesting & Partner – Steuerberater für Ärzte und Apotheker in Göttingen

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