Steuerfreie und sozialversicherungsfreie Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung bis 1.500 € für Arbeitnehmer

 In Corona, Newsblog

In einigen Betrieben und Praxen kommt es in diesen Tagen zu zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie. Vorher gut organisierte geregelte Betriebsabläufe und Arbeitsroutinen müssen wegen Corona umgestellt und umorganisiert werden. Durch Schließung von Kindergärten, Schulen, Kurzarbeit und Quarantäne werden die Betriebe, Praxen und deren Teams oft zusätzlich stark belastet, weil nicht mehr alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die volle Arbeitszeit arbeiten können. Deutlich mehr Arbeit ist wegen Corona ins Homeoffice verlagert, was zusätzliche Herausforderungen und Organisation mit sich bringt.  Heute sprechen wir über die vom Arbeitgeber zahlbare Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung an die Arbeitnehmer in Höhe von maximal 1.500 Euro.

Inhalt

Rechtsstand der Informationen

Der Rechtsstand der Informationen ist vom 20.04.2020. Aktualisierungen erfolgten im Juli und 1.Oktober 2020, 19.12.2020. Änderungen zeitlich danach können daher nicht berücksichtigt sein.

Auf welcher Grundlagen kann die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung und Unterstützung vom Arbeitgeber steuerfrei an den Arbeitnehmer gezahlt werden?

Die Bundesregierung erkennt dies als besondere und unverzichtbare Leistung an und hat mit einem BMF-Schreiben (vom 09.04.2020 GZ: IV C 5 – S 2342/20/100[09:00]1- Billigkeitsregelung basierend auf § 3 Nr. 11 EStG) als Dank eine Beihilfe und Unterstützung für die Arbeitnehmer während der Corona-Krise beschlossen. Nachträglich wurde die Regelung dann auch ins Gesetz in § 3 Nr. 11a EStG aufgenommen.

Innerhalb welchen Zeitraums muss die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt werden, wie hoch darf sie sein und welche Abzüge entstehen?

In der Zeit vom 01. März 2020 bis zum 30.6.2021 können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten aufgrund der Corona-Krise eine Beihilfe und Unterstützung bis zu einem Betrag von maximal 1.500,00 € steuerfrei (§ 3 Nummer 11a EStG) gewähren. Diese Beihilfe und Unterstützung wird manchmal auch als Corona Prämie oder Corona Bonus oder Corona Sonderzahlung oder Corona Hilfe für die Mitarbeiter bezeichnet. Sie kann in Form von Zuschüssen oder Sachbezügen an den Arbeitnehmer/Mitarbeiter gewährt werden. Der Betrag von 1.500 € ist gleichzeitig beitragsfrei in der Sozialversicherung. Das heißt, der Arbeitnehmer erhält die Zahlung/Unterstützung bzw. Beihilfe Brutto wie Netto ohne Abzüge. Für den Arbeitgeber entfällt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Der Gesetzgeber hat den Zeitraum der Zahlung mit dem Jahressteuergesetz 2020 vom 31.12.2020 bis 30.6.2021 verlängert. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Auszahlung der Sonderzahlung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer/Mitarbeiter.

Wurde die Corona Beihilfe verlängert und bis wann?

Ja, zunächst war diese nur bis 31.12.2020 vorgesehen und wurde dann bis 30.06.2021 verlängert. Dadurch ist der Auszahlungszeitraum für die Zahlungen der maximal  1.500 € erweitert worden.

Ist die Corona Beihilfe steuerfrei, sozialversicherungsfrei und unterliegt dem Progressionsvorbehalt?

Soweit alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Corona Sonderzahlung steuerfrei, nicht sozialversicherungspflichtig (sozialversicherungsfrei) und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Sie wird nicht auf der Lohnsteuer Bescheinigung wertmäßig aufgeführt.

Kann der Corona-Bonus auch in mehreren Beträgen vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt werden und welche Folgen ergeben sich aus der Verlängerung des Auszahlungszeitraumes bis 30.6.2021?

Die steuerfreie Corona Beihilfe kann auch in mehreren Beträgen gezahlt werden, muss jedoch innerhalb des Zeitraums 1.3.2020-30.6.2021 dem Arbeitnehmer zufließen und darf in der Summe maximal 1.500 € betragen. Durch die Verlängerung des Auszahlungszeitraumes tritt keine Erhöhung des Maximalbetrages  in Kraft. Wenn der Arbeitnehmer in 2020 den Betrag von 1.500 € bereits erhalten hat, kann keine weitere Zahlung in 2021 erfolgen. Der in 2020 noch nicht ausgeschöpfte Betrag bis 1.500 € Prämie kann noch bis 30.6.2021 an den Arbeitnehmer steuerfrei und sozialversicherungsfrei unter Einhaltung der Voraussetzungen gezahlt werden.

Was passiert, wenn die Zahlung oder die Zahlungen in der Summe den Betrag von 1.500 € überschreitet?

Von den Gesamtzahlungen bleiben 1.500 € steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Beträge, die in der Summe 1.500 € überschreiten, sind sozialversicherungs- und steuerpflichtig und für den Arbeitgeber fallen für diese Beträge die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung an.

Kann die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung auch geringfügig Beschäftigten (Mini Jobbern, Aushilfen) vom Arbeitgeber gezahlt werden?

Auch geringfügig Beschäftigten, also Mini-Jobbern bzw. Aushilfen, kann diese Beihilfe und Unterstützung bis zu einem Betrag von 1.500,00 € gewährt werden. Wenn die restlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Mini-Job aufgrund dieses Zuschusses nicht zu einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis und der Zuschuss bis maximal 1.500 € kann zusätzlich zu den maximal 450 € monatlich gezahlt werden.

Welche weiteren Voraussetzungen bestehen für die steuerfreie Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung?

Voraussetzung der Steuerfreiheit ist, dass diese Zuschüsse oder Sachbezüge zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Eine Lohnumwandlung ist nicht möglich. Die vertraglich vereinbarten oder arbeitsrechtlich entstandenen Urlaubsgelder, Weihnachtsgelder, Prämien, Provisionen oder Boni können nicht als steuerfreie Corona-Beihilfe ausgezahlt werden. Arbeitgeberseitig gezahlte Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld oder Zuschüsse, die der Arbeitgeber als Ausgleich zum Kurzarbeitergeld wegen Überschreitens der Beitragsbemessungsgrenze leistet, fallen ebenfalls nicht unter die Steuerfreiheit der Corona-Beihilfe. Auch geleistete Überstunden bzw. Mehrarbeitsstunden in der Corona-Krise können nicht dafür verwendet werden. Arbeitslöhne für Überstunden bzw. Mehrarbeitsstunden sind auch weiterhin steuer- und sozialversicherungspflichtig oder die Überstunden sind durch Freizeit auszugleichen.

Sind zwingend Aufzeichnungen vom Arbeitgeber im Lohnkonto des Arbeitnehmers/Mitarbeiters wegen der Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung vorzunehmen?

Außerdem sind die steuer- und sozialversicherungsfreien Leistungen der Corona-Beihilfe im Lohnkonto aufzuzeichnen. Wird die Lohnabrechnung über den Steuerberater vorgenommen, erfolgt die Aufzeichnung im Lohnkonto in der Regel durch den Steuerberater.

Beeinflusst die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung andere begünstigte Leistungen?

Andere Steuervergünstigungen, pauschalbesteuerte Leistungen, Bewertungsvergünstigungen oder Steuerbefreiungen werden durch die Beihilfe oder Unterstützung nicht verändert oder gekürzt.

Kann die Corona Prämie trotz Kurzarbeit an die Arbeitnehmer/ Mitarbeiter vom Arbeitgeber gezahlt werden?

Ja, trotz Kurzarbeit kann die Corona Beihilfe bis maximal 1.500 € gezahlt werden.

Kann die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung nur Arbeitnehmern/Mitarbeitern aus bestimmten Branchen oder Berufen steuerfrei vom Arbeitgeber gezahlt werden?

Aus Sicht der Finanzverwaltung wird allgemein unterstellt, dass aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Betroffenheit durch die Corona-Krise ein die Beihilfe und Unterstützung rechtfertigender Anlass im Sinne des R 3.11 Absatz 2 Satz 1 LStR bzw. nach 3 § Nr.  11a EStG vorliegt. Die Corona-Prämie kann daher in allen Branchen ohne zusätzliche Differenzierung nach Berufen oder Arbeitszeiten oder wirtschaftlicher Situation gezahlt werden, soweit die vorher genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Müssen weitere Nachweise geführt werden für die Corona-Beihilfe oder Unterstützung in Höhe von 1.500 €?

Für spätere Prüfungen der Sozialversicherungsträger und für Lohnsteueraußenprüfungen kann es hilfreich sein, das Engagement ersichtlich zu manchen. Dies betrifft besonders Arbeitnehmer, die nicht in den systemrelevanten Bereichen beschäftigt sind und die Zahlungen erst zum Jahresende erfolgen.

Muss ein offizieller Antrag für die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung für die 1.500 € gestellt werden, bei welcher Behörde muss dieser beantragt werden und erhält der Arbeitgeber die Corona – Prämie erstattet?

Für die „allgemeine“ Corona Beihilfe ist kein Antrag bei einer Behörde oder Institution zu stellen. Der Arbeitgeber erhält daher keine Erstattung für die Corona-Sonderzahlung von dritter Seite. Die Zahlung sind daher Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. Es ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer, also eine Anerkennung für die Arbeitnehmer.

Für die ambulante und stationäre Pflege, gibt es den Pflegebonus (Corona-Pflegeprämie), der gesetzlich geregelt den Mitarbeitern vom Arbeitgeber in der Pflege (Altenheim, Pflegeheim, Pflegedienst, Pflegeeinrichtungen, Hospize) verpflichtend zu zahlen ist. Einzelne Bundesländer gewähren zusätzlich weitere unterschiedliche Aufstockungen der Prämie. Die zu zahlende Höhe kann nach Bundesländern unterschiedlich sein. Der Arbeitgeber erhält die Zahlung von den Pflegekassen auf Antrag erstattet. Die Aufstockung der einzelnen Bundesländern, wird von dem jeweiligen Bundesland zusätzlich erstattet. Eine zusätzlich weitere freiwillige Aufstockung des Betrages durch den Arbeitgeber wird von den Pflegekassen oder den Bundesländern nicht erstattet.

Zusammenfassung zur Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung bis maximal 1.500 Euro

Die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung und Unterstützung in Höhe von maximal 1.500 € ist aufgrund der Steuer- und Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer besonders attraktiv. Voraussetzung ist, das diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt wird. Eine Lohnumwandlung ist nicht möglich. Als Arbeitgeber kann es daher sinnvoll sein, die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung an die Arbeitnehmer zu zahlen, da hierdurch Arbeitgebernebenkosten gespart werden. Als Arbeitnehmer können Sie den Arbeitgeber darauf hinweisen, dass es diese Möglichkeit gibt. Ausgezahlt wird die Prämie Brutto wie Netto, also ohne Abzüge.

Durch die Verlängerung des Zahlungszeitraumes bis 30.6.2021 können Arbeitgeber den Arbeitnehmern auch bis 30.6.2021 die Corona-Beihilfe/Prämie/Bonus/Sonderzahlung zahlen, soweit der Betrag von 1.500 € für den Zeitraum  1.3.2020-30.6.2021 für den Arbeitnehmer noch nicht ausgeschöpft ist.

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Ihre Sabine Banse-Funke
Diplom-Finanzwirtin (FH) Steuerberaterin
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